Hier ein Gastkommentar von unserem Ernst Hanke:
Der dritte und somit letzte Tag der SharePoint Konferenz in Berlin ist gerade zu Ende gegangen, das gibt mir Zeit noch kurz über ein Topic der heutigen Sessions zu berichten.
SharePoint Designer 2010
Vielen SharePoint Administratoren und auch Power Usern ist der SharePoint Designer sicher ein Begriff. Manchmal Fluch, doch oft auch Segen für jeden Administrator 
Doch zunächst ein klein wenig Geschichte:
Wussten Sie, dass der “Großvater” von SharePoint Designer 2010 Front Page ist ? Zum Glück hat sich seitdem vieles verbessert !
2007 kam es zur Aufsplittung des Produktes Front Page in folgende Produkte:
- Expression Web für reines Web Design und
- SharePoint Designer 2007 zum bearbeiten von SharePoint Sites
2010 wurde dann die neue verbesserte Version von SharePoint Designer vorgestellt, die die neuen Funktionalitäten von SharePoint 2010 unterstützt. (XSLT List View Webparts, re-usable Workflows, etc.)

Voraussetzungen für die Benutzung von SharePoint Designer 2010
Um den SharePoint Designer wirklich effektiv für die Gestaltung von SharePoint Sites und die Erstellung von no-code Solutions zu verwenden sollten einige Voraussetzungen berücksichtigt werden.
Der Administrator sollte ein wirkliches Tiefen Verständnis von SharePoint Server 2010 haben, vor allem um einschätzen zu können, was mit Standard SharePoint Mitteln umgesetzt werden kann und ab wann dann letztlich der SharePoint Designer zum Einsatz kommen muss. Des weiteren sind auch Grundlagen von HTML/CSS sowie JavaScript und JQuery von Vorteil.
SQL Server, XML und SOAP sollten auch in den Grundzügen verinnerlicht werden um erfolgreich mit SharePoint Designer Anwendungen erstellen zu können. Neben XSLT und InfoPath sind aber auch Social Skills von Vorteil. Um Business Prozesse abbilden zu können, müssen diese erste einmal verstanden werden. Auch Moderation, Teamfähigkeit und analytisches Denken sind essentiell um bei den Gesprächen mit den Fachabteilungen die wichtigen Informationen herausfiltern zu können und auch um die Fachabteilungen auf die Limitierungen und Möglichkeiten sanft hinweisen zu können 
Was lässt sich mit SharePoint Designer 2010 anstellen ?
Nun ja, an sich lässt sich wirklich sehr viel mit diesem Tool erreichen, daher möchte ich nur 3 Punkte hervorheben.
Administration: Seit 2010 ist es möglich auch administrative Tätigkeiten mit SharePoint Designer 2010 durchzuführen. Das Erstellen, bearbeiten und löschen von Listen, Bibliotheken sind nur ein paar dieser Aufgaben, die mit dem Tool umgesetzt werden können.
Datenquellen: Mit 2010 kann man auf externe Datenquellen (SQL, Web Services) zugreifen und diese in externen Listen zur Verfügung stellen.
Workflows: Natürlich kann man mit SharePoint Designer auch Workflows erstellen, bestehende Standard Workflows bearbeiten und auch mit Visio modellierte Prozessabläufe als Workflowframework importieren.

Dont’s
Natürlich gibt es auch ein paar Best practices, was man auf keinen Fall mit SharePoint Designer tun sollte.
Zunächst sollte es im Unternehmen eine Richtlinie geben, welche User Zugang zu SharePoint Designer erhalten, bzw. welche Seiten überhaupt bearbeitet werden dürfen.
Des weiteren sollten die User damit nicht “alleine” gelassen werden. Sprich Training mit dem Designer ist auf jeden Fall notwendig um böse Überraschungen zu vermeiden. Man muss immer in Hinterkopf behalten, dass man mit SharePoint Designer immer direkt in die Produktivumgebung eingreift und Änderungen sofortige Auswirkungen auf das System haben können.
Abschließend muss ich dem geschätzten Leser auch meine persönliche Meinung ein wenig unter die Nase reiben 
Der Verzicht auf den Einsatz von SharePoint Designer 2010 würde meine tägliche Arbeit massiv erschweren. Zwar erschwert auch der Einsatz von SharePoint Designer 2010 manchmal massiv meine tägliche Arbeit aber das kann wohl jeder, der schon einmal mit diesem Tool zu tun hatte für sich selbst entscheiden… Ich persönlich arbeite sehr gerne damit, da ich sowohl für einfache administrative Arbeiten, sowie auch für die Erstellung komplexerer Anwendungen und Workflows immer mit der gleichen Entwicklungsumgebung arbeiten kann.
Somit einmal der letzte Bericht live aus Berlin (mittlerweile schon vom Flughafen). Der Beitrag zu SQL Server und SharePoint Best Practices wird noch nachgereicht… versprochen 
so long Ernst | ernst@hatahet.eu