Da die meisten Informationen zu SharePoint 2010 leider immer noch keiner größeren Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, möchte ich den verehrten Leser ein Wenig mit Produkt-Esoterik unterhalten. SharePoint ist ja kein sehr einfach erklärbares Produkt. Versuchen Sie einmal einem 08/15 Office-Anwender den Wert von SharePoint in ein bis zwei Sätzen zu erklären. Microsoft verwendet zur Bewältigung dieser schier unlösbaren Aufgabe "Torten".
Hier die Torte von Microsoft Office SharePoint Server 2007 Enterprise Edition (welch ein Produktname!):

Und hier im direkten Vergleich die Torte von Microsoft SharePoint Server 2010 (schon bei der Aussprache des Produktnamens ist "Do more with less" spürbar):

Zunächst fällt einmal auf, dass Microsoft bei der Farbe gespart hat. Doch was ist gleich geblieben? Search und Content (Management) sind in beiden Torten vorhanden. Der statische und aus den 1990ern stammende Begriff Portal wurde durch den schicken Web 2.0-Begriff Communities ersetzt (Facebook, Twitter & Co lassen grüßen!).
<Einschub>: Wer über Twitter am Puls der SharePoint 2010 Entwicklung teilhaben will, sucht am besten nach dem Hashtag #sp2010.</Einschub>
Collaboration wurde durch Sites ersetzt. In den Erläuterungen ist davon die Rede, dass damit das Teilen von Informationen gemeint ist. Anscheinend ist die gemeinsame Arbeit an Daten nicht mehr en vogue. Doch gerade jetzt hat Microsoft doch mit der Online-Version von Office da einen tollen Pfeil im Köcher. Heißt das, dass Office Web Applications nicht Bestandteil von SharePoint 2010 sein werden? Oder wie lässt sich das sonst interpretieren?
Business Intelligence wurde durch Insights ersetzt. Es geht also nicht mehr nur darum, Zahlenmaterial zu präsentieren, sondern auch qualifizierte Entscheidungsgrundlagen zu liefern. Für Business Intelligence steht nun Composites im Portfolio. Hier soll offensichtlich betont werden, dass man nicht mehr für alle Prozesse einen Programmierer braucht, um sie abzubilden.
Zu jeder guten Torte gehört auch ein guter Kaffee (zumindest hier in Österreich). Und was bleibt vom Kaffee? Richtig, Kaffeesud! Und den lesen wir jetzt gemeinsam: Communities sind nun auch im Enterprise-Umfeld angekommen und werden von SharePoint 2010 besser unterstützt. Und wir werden weniger Code programmieren müssen, um ordentliche Lösungen für die Kunden zu erstellen.
Und jetzt bitte ein … äh … die Bits!